Begrüßung durch die Präsidentin
Die Pflege ist eine Praxisdisziplin und folgerichtig findet der Erkenntnisgewinn im Praxisumfeld statt. Die Entwicklung von Theorien der pflegerischen Praxis kann die Strukturierung und das Verstehen von Praxisphänomenen fördern. Ich lade hiermit Pflegende und Angehörige aller Gesundheitsfachberufe aus allen Erdteilen ein, mit der IOS auf dem 12. Weltkongress wissenschaftliche Erkenntnisse auf der Basis der Wissenschaft der Selbstpflege und aus der Praxis der Gesundheits- und Versorgungssysteme auszutauschen, um einen Beitrag zum gesunden Altern und zum Aufbau von Angehörigensystemen zu leisten.

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Luxembourg Kathie Renpenning

Präsidentin International Orem Society for Nursing Science and Scholarship

IOS
Luxembourg Mars Di Bartolomeo
Minister für Gesundheit,
Minister für soziale Sicherheit
Im Europäischen Jahr für aktives Altern schätzt Luxemburg die Initiative der IOS, mit ihrem 12. Weltkongress die Transformation von Gesundheit und Langzeitpflege in unserer alternden Gesellschaft in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken, dies auch mit Blick auf die Auswirkungen für die Pflegesysteme betreffend deren Finanzierung und spezifische Anforderungen an die Berufsausbildung. Diese sozio-ökonomische Betrachtung der Pflegesysteme beleben mit Sicherheit die wissenschaftliche Diskussion zu der von Dorothea Orem entwickelten Theorie des Selbstpflegedefizits. Für Luxemburg ist es eine Ehre, Gastgeber dieses Kongress zu sein. Luxemburg reagierte 1999 auf die nationale demografische Entwicklung mit der Einführung der Pflegeversicherung als jüngsten Zweig unseres für die gesamte Bevökerung verpflichtenden gesetzlichen Sozialversicherungssytems. Diese Entscheidung erwies sich als wahrer Segen für ältere und hilfsbedürftige Menschen und ihre informell und formell organisierten Betreuer. Diese Langzeitpflegeleistungen sind in entscheidendem Masse mitbestimmend dafür, dass in Luxemburg die Armutsgefährdungsquote unter der älteren Bevölkerung nahezu zwei Drittel unter dem Durchschnitt der 27 EU Mitgliedsstaaten (6% vs. 18%) liegt (Eurostaat 2011). Das konstant zunehmende Leistungsspektrum an spezialisierter Pflege hat den Zugang der Bevökerung zu Pflegeleistungen deutlich verbessert und stellt einen wirtschaftlichen Wachtumsfaktor dar, der sich nicht zuletzt bis heute in einem branchenspezifisch überdurchschnittlich hohen Beschäftigungsanstieg niederschlägt. Zudem fördern Veränderungen von Demografie, von individuellen Lebensstilen sowie der technische Fortschritt neue Trends in der Pflege. Als ein Nebeneffekt der alternden Bevölkerung verdient Erwähnung, dass man im Alter von über 65 Jahren mit zunehmender Wahrscheinlichkeit an mehr als einer chronischen Erkrankung leidet, wobei wir insbesondere die Prävalenz von Demenz mit grösster Sorge verfolgen. Wir erwarten eine steigende Nachfrage nach höher entwickelten und damit kostenintensiveren Gesundheits-und Pflegeleistungen. Deshalb bedarf unser Pflegeversicherungssystem und dessen Finanzierung eingehender Evaluierung und Konsolidierung, um für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt zu sein. Ich bin davon überzeugt, dass der Kongress für führende Wissenschaftler und Experten auf den Gebieten der Pflegetheorie sowie der Gesundheits-und Pflegesystemforschung höchst attraktiv sein wird. Gleichzeitig bietet er den Fachleuten aus der Pflegepraxis, jungen Wissenschaftlern und anderen relevanten Akteuren eine gute Gelegenheit, neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu präsentieren und sich darüber auszutauschen. Luxemburg wird gerne von Ihrem Wissen profitieren und freut sich auf Ihre Anregungen für unser Pflegesystem. Im Gegenzug bieten wir Ihnen eine anregende Atmosphäre und die Gelegenheit, sich an der Schönheit unseres Landes zu erfreuen. Ich lade Sie herzlich zur Teilnahme und Mitgestaltung dieser Kongresses ein.

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IGGS